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Kinderwunsch=Adoption – Gedanken

Immer wieder mal begegnet einem in der Tagespresse oder Fernsehen das Thema "Adoption". In einigen Sendungen wird das Kind den leiblichen Eltern abgekauft, einige Politiker adoptieren Ihr Kind aus dem Ausland.

Aber wie ist das nun eigentlich? Kann/Darf man (ich) ein Kind überhaupt adoptieren? Muss man viel Geld dafür haben? Wo geht man überhaupt hin um seinen Adoptionswunsch zu äußern? Was kommt dann alles bzw. was muss noch alles beachtet werden? Und ja - will ein Kind überhaupt von mir adoptiert werden? Kann ich ein guter Vater sein?

Zu allererst ist der Wunsch da, ein Kind zu bekommen. Bei vielen wird dies auch ganz einfach biologisch klappen, bei einigen wenigen aber nicht. Dies kann verschiedene Gründe haben. Interessant ist hier sicherlich, das einige damit sehr gut leben können und dann für sich sagen "Dann halt kein Kind" und einfach weiterleben.

Für die anderen kommt irgendwann der Punkt, über eine Adoption nachzudenken. Aber wie geht man das Thema Adoption an?


Ratgeber Adoptivkinder

Ich habe zwar schon eine ganze Weile über Adoption nachgedacht, wusste aber nicht, wie ich das Thema angehen sollte. Auf der Suche nach passender Literatur bin ich über folgendes Buch gestoßen: "Ratgeber Adoptivkinder - Erfahrungen, Hilfen, Perspektiven" von Irmela Wiemann.

Hier handelt es sich nicht um einfache Literatur, die wie eine "Einkaufsliste" abgearbeitet werden kann oder um ein Herumwerfen von Paragraphen. In dem Buch wird in vielen kurzen Kapiteln - immer wieder mit Beispielen - beschrieben, was Adoption heißt; für die annehmenden Eltern, für die abgebenden Eltern und vor allem - für das Kind. Ebenfalls welche Arten von Adoptionen es gibt und wo Probleme im Alltag auftreten können.

Aufgrund der in der Gesellschaft doch noch verbreiteten Vorurteile gegen Schwule wird die erfolgreiche Adoption eines Kindes auch in diesem Buch als fast aussichtslos beschrieben. Sofern man sich dennoch entschließt, das Buch ganz bewußt zu lesen und sich selbst in den beschriebenen Beispielen vorstellt, wird einem sicherlich schnell bewusst, ob man überhaupt noch ein Kind adoptieren will und kann.

Für mich bleibt es zum jetzigen Zeitpunkt bei der Entscheidung, einem Kind ein Zuhause bieten zu wollen. Und dies mit allen Konsequenzen. Ob dies möglich werden kann, wird sich zeigen.

Zur Person: Der Autor dieses Artikels ist 27 Jahre alt und lebt seit gut sechs Jahren in einer dauerhaften, schwulen Beziehung. Er hat sich gegen die "anonyme" Samenspende und die meist damit einhergehende "passive" Vaterrolle entschieden. Er möchte ganz bewusst an der Erziehung und dem Wohl des Kindes teilhaben.