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alles für den planeten der schwulen und lesben

KW 46

Ihr ursprüngliches Ziel, als verheiratetes Lesbenpaar ein gemeinsames Kind adoptieren zu können, haben Emanuels B. und ihre Partnerin auch nach über 10 Jahren Rechtsstreit in Frankreich sowie vor dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nicht erreicht. Man braucht zwar nicht zwangsläufig einen Vater zur Adoption, weiterhin darf man aber nur als Alleinstehende (Lesbe) ein Kind adoptieren. Wie die Situation für alleinstehende Schwule oder verpartnerte schwule Paare mit Adoptionswunsch in Frankreich aussieht, kann gerne spekuliert werden.

In Deutschland sind wir dagegen in der Praxis noch Lichtjahre von einer möglichen Adoption eines Kindes durch bekennende Lesben oder Schwule entfernt - von eingetragenen lesbischen bzw. schwulen Lebenspartnerschaften mit Adoptionswunsch wollen wir gar nicht anfangen. Dafür wird die schwarz/gelbe Koalition die Gleichstellung zwischen Lebenspartnerschaften und Ehen voranbringen, so jedenfalls teilte die FDP in einer Pressemitteilung mit.

Bis es aber soweit ist, will der eine oder die andere vielleicht heute schon vorsorgen. Genau denen will Toro-Rosa mit www.stier-mich-an.de, einem Service speziell für junge Schwule, helfen und auf den Börsenstier aufmerksam machen. Da die Gleichstellung, speziell im Erbschaft- und Schenkungsfall ja noch nicht vollzogen ist, sollen sich Interessenten Produkte sichern können, die unabhängig vom Verwandtschaftsgrad in einigen Fällen bis zu 1 Million Euro Anlagevermögen nahezu steuerfrei vererben oder verschenken lassen. Na dann braucht's ja nur noch etwas, was sich vererben oder verschenken ließe...

Wer dagegen nicht plant, gleich das Zeitliche zu segnen, aber doch gerne seiner/m Liebsten eine Freude mit einem Geschenk machen möchte, sollte so langsam in die Spur kommen und seine Weihnachtsgeschenke sichern. Wie wäre es mit der neuen Bee Gees Collection, die anlässlich des 50. Bühnenjubiläums auf den Markt kommt?

Während man also in der australischen Wahlheimat Vilariba die Korken knallen lässt und über ein Comeback nachdenkt, wird im niederländischen Vilabacho gerade die Webseite der schwulen Bären-Mangroup Bearforce 1 mit der Mitteilung "Website is closed" weggeputzt. Jedenfalls hat inzwischen auch das Management bestätigt dass die Bandmitglieder nun getrennte Wege gehen.

Nach angedachtem Comeback und vollzogener Trennung nun zu Personen, die Ihr Geschlecht in aller Öffentlichkeit wechselten: Chaz Bono, Sohn von Cher und Sonny Bono plaudert ein wenig aus dem Nähkästchen und will demnächst sein zweites Buch sowie neue Songs und Co. veröffentlichen.

Bevor wir nun den Showbiz verlassen, noch einmal Neuigkeiten aus dem Rampenlicht: Annie Lennox (Popduo Eurythmics) ist am Mittwoch für Ihr Engagement gegen Aids im südlichen Afrika ausgezeichnet worden.

Ein wenig Fortschritt im Umgang mit Schwulen und Lesben in Deutschland kann man schon feststellen, wenn man beachtet, dass die Thüringer Allgemeine eine Nachricht über schwule Priester veröffentlicht. Ganz warm wird einem ums Herz, wenn man von so viel "Heile Welt"-Stimmung lesen kann.

Wem es hier nicht warm genug ist, dem kann es vielleicht in wärmere Gefilde ziehen. Rio de Janeiro (was ja vor Emmerichs 2012 noch steht) erhielt vor kurzem die Auszeichnung "weltweit bestes Reiseziel für Homosexuelle". Vielleicht sollte ja der ein oder andere die Chance nun noch nutzen...

Fazit: In Frankreich streitet man lange für mehr oder weniger fast nichts, in Deutschland redet man mehr oder weniger über eigentlich fast nichts, wer will kann sich ein wenig mehr oder weniger nichts kaufen, über'n großen Teich redet man(n) um das männliche mehr oder weniger große Nichts, und Brasilien feiert sich für ein mehr oder weniger Nichts.